Vielfalt entdecken –
beim Radeln erfahren

© Manfred Zoll, Weissach im Tal

Radeln zur Vielfalt

Es sollte eine Radtour zum Bodensee werden und wurde zu einer Tour zur Entdeckung der Vielfalt. Die ersten Sonnenstrahlen grüßten zum Start. Der erste Berg ließ uns tief durchatmen und die Waldluft genießen. So ein unverbrauchter Tag ist was Herrliches. Jedes Dorf, jede Stadt, jede Wiese, jeder Wald empfängt uns auf ganz eigene Weise. Mal bremst uns das Gewimmel der zur Schule strebenden Kinder oder der zur Arbeit eilenden Leute aus. Mal wirkt alles wie ausgestorben. Die Weite der Felder, die Tiefe der Täler, das Sprudeln von Bächen und Flüssen – Leben pur! Und unsere Lungen ziehen begeistert die frische Morgenluft ein. 

Staubige Ortsdurchfahrten lassen wir schnell hinter uns, erklimmen dann die Albhochfläche. Felsige Hänge begleiten den Anstieg. Oben erwarten uns weite Flächen auf denen Weizen, Gerste oder Mais auf ihre Reife warten. Den Geruch von frisch gemähtem Gras inhalierend fliegen wir über die Hochfläche – hinunter ins Tal der Urdonau mit ihren faszinierenden Felsformationen. Später riecht meine Nase einen modrigen, erdigen Geruch: die Strecke führt durch Moorlandschaften.

Ein Regenschauer lässt uns einen Unterschlupf und die leeren Wasserflaschen einen Wasserhahn suchen. Beides finden wir an einem Friedhof, wo ein freundlicher Bestatter auf die Trauergemeinde wartet und uns wie selbstverständlich die Bananenschalen abnimmt. Das Leben ist eine Reise mit Anfang und Ziel, ein Kommen und Gehen, ein Eilen und Rasten, voller Begegnungen mit Menschen, Pflanzen, Tieren – eine bunte Welt mit Höhen und Tiefen! 

Unser Erleben entfacht eine Diskussion: Wie kann es sein, dass „Vielfalt“ von vielen Menschen in Gesellschaft und Politik abgelehnt wird? Auf wenigen Kilometern erleben wir eine wunderbare Abwechslung, erkennen Gott als Meister der Vielfalt, die wir mit offenen Augen, Ohren und Herzen genießen können, die das Leben bereichert und das Herz beglückt. Einen Gott mit Sinn für verspielte und verschwenderische Fülle. 

Statt in der Schwäbischen Eisenbahn nehmen wir in einem gemütlichen Café Platz. Kleine Stärkung zwischendurch. Genüsse von Kaffee, Kuchen, Brot; Leben schmeckt. Der Regen hat in unserer Pause viele Pfützen auf der Straße hinterlassen, die uns nun von unten erfrischen. 

Zum Abschluss begleiten uns die Schussen sowie würzige Düfte der Obstbäume und Hopfengärten. Vielfalt ohne Ende! 

Dann der See, Ziel erreicht! Mächtige, jahrhundertealte Eichen säumen das Ufer. Kunstwerke der Natur und Zeitzeugen der Geschichte. Fest verwurzelt haben sie schon vielen Stürmen getrotzt. Sie fordern mich heraus: Wo bin ich verwurzelt? Welcher Grund nährt mich? Was gibt mir innere Stärke für die Stürme in meinem Leben? Mit einem Dank für die Entdeckungen auf unserer Tour schließt sich der Kreis hin zu Gott, dem Liebhaber des Lebens, der Vielfalt und Heiterkeit. 

www.manfredzoll.de

Warum wir Hoffnung brauchen

Viele sagen: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Da ist was dran. Man kann sich tatsächlich bis zuletzt an der Hoffnung festklammern. Wenn nichts mehr hält – dann vielleicht die Hoffnung?

Ich finde, Hoffnung stirbt nicht, sie bleibt. Paulus hat das vor 2.000 Jahren wunderbar gesagt: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe.“ (1. Korinther 13). Das finde ich sehr vertrauenerweckend.

Warum ist Hoffnung so entscheidend? Weil Hoffnungslosigkeit brandgefährlich ist. Hoffnungslose Menschen sind zu allem bereit. Sie haben kein Interesse daran, die Lebensgrundlagen in irgendeiner Weise zu erhalten. Ohne Hoffnung schützt man weder den Menschen neben sich noch die Welt, in der wir leben. Wer keine Hoffnung hat, hat nichts mehr zu verlieren und wird zerstören, verkommen lassen, spalten. Hoffnungslose Menschen rechnen nicht mit einem Morgen, mit einer Zukunft. Dazu bräuchten sie mindestens noch einen Restfunken Hoffnung. Wer nicht mehr an die Zukunft glaubt, wickelt sie ab.

Hoffnung dagegen ermutigt, kümmert sich, stiftet Gemeinschaft. Sie gibt die Kraft, Krisen durchzustehen, weil sie weiß: Es gibt ein Danach. 
Deshalb ist mir der christliche Glaube so wichtig. Er bewahrt mich davor, innerlich obdachlos zu werden. Er öffnet mir die Perspektive auf etwas Größeres – auf eine Hoffnung, die mein Leben trägt und Sinn gibt, sogar über meine Zeit hinaus.

Christliche Hoffnung ist nicht naiv. Sie ist eine Hoffnung auf Ewigkeit – und genau deshalb engagiert sie sich im Hier und Jetzt. Weil die Schöpfung zählt. Weil Menschen zählen. Und weil niemand zurückbleiben darf. Fürsorge für andere ist kein Klotz am Bein, sondern Ausdruck lebendiger Hoffnung.

Hoffnung ist eine Haltung. Sie zeigt sich konkret in unseren Entscheidungen und in unsrem Tun. An den Taten wird man erkennen, ob jemand ein Kind lebensdienlicher Hoffnung ist – oder nur seinen Vorteil sucht. 

Hoffnung schöpft aus Quellen: Sie kommt von innen. Sie kommt von Menschen, die mir hoffnungsvoll begegnen. Sie reift im Miteinander, im gemeinsamen Streben nach Freundschaft, Glaube und Liebe, im Bewahren der Würde. Sie entsteht im Verbinden und Wertschätzen. Und sie schöpft aus der Quelle, die Jesus gewiesen hat: Er gab Menschen Zukunft, die abgeschrieben waren. Er gab Menschen, die einsam, kraftlos und deprimiert auf ihrer Bahre lagen, Mut und Kraft aufzustehen. Er gab Menschen ihre Würde, die von anderen entwürdigend behandelt wurden. Seine Hoffnungsgeschichten wirken nach, haben nichts von ihrer Kraft verloren: Denn sie legen sich heilsam auf meine Situation, wie hoffnungslos sie auch sein mag. 

Darum: Lasst uns Hoffnung stiften. Mit Haltungen, mit Worten, mit Entscheidungen, mit kleinen und großen Taten, die dem Leben dienen und Zukunft schaffen.

Diakon Manfred Zoll, Weissach im Tal, Veröffentlicht in der BKZ, 3.5.2025, Wort zum Sonntag

Hin•gerichtet

Karfreitag

Es ist das Ende eines Lebens.
Er hätte noch so viel Gutes tun können.

Es berührt unsere Geschichte. Unsere Welt, in der wir oft fragen, fragen müssen: Wie kann man dieses Leid, diese Not aushalten?

Karfreitag ist schwer auszuhalten. Damals, die Hinrichtung Jesu. Heute das himmelschreiende Unrecht an so vielen Stellen. Schwer auszuhalten.

Gedanken zum Karfreitag. 

Sie sind frech und lustig. Pipi Langstrumpf wäre ohne sie nicht zu denken. Manche finden sie einfach uncool oder peinlich. 

Ich finde, es ist höchste Zeit, mal über sie nachzudenken: Über die Sommersprossen!

Denn sie sind viel mehr als diese sympathischen Punkte im Gesicht. Es sprießt und sprosst überall. Und es braucht gewisse Rahmenbedingungen und Standortvoraussetzungen, damit etwas frühlingshaft oder sommerlich sprießen kann und man im Herbst ihre Früchte genießen kann. 

Sommersprossen: Dazu finde ich in der Bibel ne Menge Anregungen! 

Ihr könnt hier meine „Sommersprossen 2025“ herunterladen. 

Wenn der Alltag den Glauben verschluckt

Kennen sie das Gefühl, wenn der Alltag den Glauben verschluckt? Und dabei nicht mal nen Schluckauf bekommt?! Den ganzen Tag hat man irgendwas zu tun. Viele Informationen und Nachrichten stürmen auf einen ein, zumeist negative. Sie lösen Gefühle aus, die einen runterziehen. Das Ergebnis lautet: Dauerstress, Krisenangst, Zukunftslähmung. Die Hoffnung auf eine gute Zukunft wird von düsteren Prognosen aufgezehrt. Die Kraft das Leben zu gestalten, versickert. Und so schwindet das Vertrauen und der Alltag verschluckt den Glauben.

Dagegen bräuchte ich diesen Glauben an das Gute, wie mein Körper das Rückgrat benötigt, um einigermaßen aufrecht gehen zu können. Ich bräuchte den Glauben, wie meine Muskeln das Blut benötigen, das sauerstoffgesättigt durch meine Adern gepumpt wird. Ich bräuchte den Glauben, wie meine Gelenke die Muskeln und Sehnen benötigen, die sie halten und bewegen. Ich bräuchte den Glauben, wie meine Nerven nötig sind, um meine Bewegungen zu steuern. 

Ich brauche den Glauben. Dabei geht es nicht um ein bisschen Religion. Es geht um Gelassenheit, Zuversicht und innere Ruhe. Es geht um die Kraft, mit der ich meinen Alltag gestalten, die Herausforderungen meines Lebens bewältigen kann. Die Kraft, die vielfältigen Veränderungen zu gestalten, manchmal auch nur zu ertragen. 

Es geht um den Glauben an das Gute. Dummerweise ist das gar nicht so einfach, denn die negativen Töne tönen aus einem großen Maul; gelingt es ihm, alles Gute zu verschlucken? 

Nein, wir dürfen es nicht zulassen! Denn das Gute hat einen Namen und heißt Gott. Und er gab dem Guten ein Gesicht, das ich in den Geschichten der Bibel in der Person Jesu finde. Er hat den Menschen Gutes erwiesen. Er hat ihnen in ihrer Not und Sorge eine Perspektive gegeben. Er hat Menschen, die von allen übersehen wurden, wahrgenommen und ihnen gezeigt: Du bist wertvoll. „Du bist geliebt. Du hast die Kraft, aufzustehen. Ich gebe dir die Zuversicht und Hoffnung, deine Beine zu bewegen, deine Augen zu öffnen, mit deinen Ohren ganz neu zu hören. Nicht nur das Negative, Lähmende, sondern eben auch das Gute wahrzunehmen. Das Gute von Gott, der gute Gedanken über dich hat. Und den man darum auch den Guten nennt. In dir steckt der Glaube, der dich befähigt, Krisen zu bewältigen. Und der dir die Gewissheit schenkt, dass du stets – auch im Vergehen – aufgehoben bist in Gott, dem Guten. Lass dir diesen Glauben nicht durch das Alltagsgeschehen nehmen!“

Davon möchte ich mich inspirieren lassen, damit der Alltag sich gehörig verschluckt, sobald er mal wieder versuchen sollte, meinen Glauben zu verschlucken!

(c) Manfred Zoll. Veröffentlicht: BKZ am 19.10.2024 | Wort zum Sonntag

Wortkunst • Poetry • BibelSinn: Service

Das Spiel mit Worten …

… ist meine Leidenschaft. Hier gebe ich dir ein paar Kostproben. Diese Seite wird Stück für Stück ausgebaut und ergänzt. 

Die Texte und Bilder habe ich in verschiedenen Medien veröffentlicht: Verteilhefte für die Campingkirche, Texte für das „Wort zum Sonntag“ der Backnanger Zeitung, für das ich seit 30 Jahren schreibe, Freundesbrief der Kirche Unterwegs und andere. 

Die Texte können gerne verwendet werden für Print und Web – allerdings nicht in Verkaufsprodukten!Über eine Anfrage bei einem Abdruck freue ich mich. Einfach eine kurze Mail an mz@manfredzoll.de – und die Antwort kommt spontan! 

Auch freu ich mich auf Euer Feedback! 

Impulse, Texte, Inspirationen

Mal was ganz Neues wagen …

© Diakon Manfred Zoll, Weissach im Tal

Haben sie schon mal versucht, etwas ganz Neues zu tun, was sie bisher noch nie versucht haben? Zum Beispiel mit geschlossenen Augen auf einem Bein zu stehen und dabei Klavier zu spielen oder mit dem Fahrrad das Stilfser Joch zu erklimmen und dabei einen Liebesbrief zu schreiben …? 

Eine kleine Geschichte erzählt, wie ein paar hartgesottene Viehzüchter unerwartet Zeuge eines wirklich besonderen Spektakels wurden. Während sie nächtens ihre Tiere vor Wölfen und anderem Ungemach schützten, hörten sie plötzlich Stimmen von fremden Wesen. Diese – es wird von Engeln gesprochen – hätten sie aufgefordert, ihre Herden im Stich zu lassen und zu einem bestimmten Stall zu gehen. Dort sei ein Kind zur Welt gekommen mit Namen Jesus. Und dieses Kind würde, wie sein Name sagt, die Welt retten. „Aha, die Welt retten!“ murmelt man vielsagend und wendet sich wieder dem nächtlichen Tagesgeschäft zu. Doch die Story ließ die Männer nicht los. Sie folgten den Engelsstimmen, um das Neue mit eigenen Augen zu betrachten. Und was sie sahen, entsprach der engelhaften Kunde. 

Wirklich verrückt wird die Geschichte, wenn man die Perspektive wechselt. Man sieht: Gott tut etwas ganz Neues, das er noch nie getan hat. Ihm wird zwar nachgesagt, er hätte die Welt erschaffen, Tiere, Pflanzen, traumhafte Landschaften und eben auch Menschen. Doch nun wird er Mensch. Das ist nun wirklich völlig neu. Und was er tut, ist unumkehrbar. Dieses kleine Menschenkind, das in tausenden Liedern besungen und in unzähligen Geschichten gewürdigt wird, es kam in die Welt – durchschnittlich wie du und ich, 50 cm, 3.400 g. Und es wird Teil der Geschichte, unserer Weltgeschichte. Unumkehrbar. Wer einmal geboren wurde, ist einfach da. 

Dieses Jesus-Kind schreibt fortan selbst Geschichte, so wie alle Menschen. So wird Gott Teil von Raum und Zeit, mit aller Vergänglichkeit und Hinfälligkeit. Sein Weg, den er in seiner Freiheit beschreitet, den er aufgrund seiner Liebe geht, ist unumkehrbar. Er baut ihn nicht zurück, sondern geht ihn immer weiter. Er zielt darauf ab, dass viele sich ihm anschließen, weil es der Weg der Liebe und des Friedens ist. 

Von Anfang an war dieser Weg bedroht – die junge Familie erlebte gefährliche Zeiten. Wer liebt und für Frieden eintritt, macht sich Feinde. Aber wer den Weg Gottes, der Liebe, des Friedens mitgeht, kann sich und den Menschen in die Augen sehen. Und er kann aufblicken zu Gott und sein „Fürchtet euch nicht!“ und „Frieden auf Erden!“ mit allen Sinnen empfangen, kann es verschlingen wie der Hungrige ein Stück Käse oder Schwarzwälder Kirschtorte. Gott wird Teil der Geschichte. Und nun kann man sich zu ihm verhalten: Gleichgültig bleiben, ihn ablehnen oder begeistert sich dazugesellen, ohne Furcht und mit einem Herzen voller Frieden – wir haben die Wahl.

Veröffentlicht in der Backnanger Kreiszeitung, 17.12.2022

Liebe bleibt
Aus dem Verteilheft „etwas bleibt“ 2023. Bei Interesse am Heft: Mail an mz@manfredzoll.de. Oder im Shop www.kircheunterwegs.de
Sucht Frieden, jagt ihm nach!
Aus: „Du. bist. Frieden“ Verteilheft Kirche Unterwegs 2019. © Manfred Zoll
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